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Konflikte verstehen und lösen

Entstehung

Konflikte entstehen, wenn Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben. Es reicht schon, wenn eine Seite glaubt, „im Recht“ zu sein, dann ist der Konflikt vorprogrammiert. Das ganz natürliche Bedürfnis der anderen Seite, auch gehört, ernst genommen und verstanden zu werden, wird dadurch einfach im Keim erstickt. Gerade in der Kommunikation ist das oft sehr spannend mitzuerleben.

Ich habe im Laufe meines Lebens immer wieder beobachtet, dass diese „männlichen Prinzipien“ vorgeben, wo es lang geht. Viele Frauen haben gelernt, sich dem zu unterwerfen, ohne auch nur nachzuprüfen, ob das für sie in Ordnung ist. Wir haben gelernt, dass man friedvoller und mit weniger Blessuren durchkommt, wenn man sich beugt. Immer mehr Frauen erkennen aber, dass hier etwas nicht stimmt und beginnen, sich mit ihren Anliegen deutlicher Gehör zu verschaffen. Dies führt unweigerlich zunächst zu Konflikten.

Auch in der Schule werden die Kinder oft mit unhinterfragten Regeln und Vorgaben konfrontiert, die überhaupt nicht ihren Bedürfnissen entsprechen. Viele von ihnen sind mittlerweile aber von zuhause gewöhnt, ernst genommen zu werden und können mit dieser Form des Umgangs in der Schule nicht klar kommen. Für viele Lehrer ist das natürliche Bedürfnis der Kinder eine Provokation, die besonders vehement bekämpft werden muss. Auch hier entstehen viele Konflikte.

Auswirkungen

Ein Mensch, der nicht gehört und ernst genommen wird, reagiert emotional auf unterschiedlichste Weise. Von Trauer bis hin zu Depression über Wut und Aggression, die sich zu Gewalt aufschaukeln kann ist hier alles zu finden. Viele Frauen erleben sich als hilflose Opfer, wenn sie z.B. auf der Arbeit von einem Chef nicht angehört werden. Kinder in der Schule reagieren meist eher mit Aggressionen und machen sich Luft über ihre Stimme und ihren Bewegungsdrang.

Gewaltfreie Kommunikation als Lösungsmöglichkeit

Marshall Rosenberg hat mit seiner gewaltfreien Kommunikation eine wundervolle Möglichkeit gelehrt, wie Menschen lernen können, sich selbst und andere auf der Bedürfnisebene wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Mit dieser Haltung, dass jeder Mensch gleichwertig berechtigt ist, Bedürfnisse zu haben und sie zu äußern, entsteht schon ein sehr entspanntes Miteinander auf Augenhöhe. Ohne, dass man noch mehr von dieser Methode wissen muss, ist es durchaus möglich, mal den Gedanken aufzugreifen, dass jeder Mensch Bedürfnisse hat, die ihn letztlich steuern.

Kleine Achtsamkeitsübung

Spüre doch mal in den nächsten Tagen ganz bewusst, was dein Bedürfnis ist, bzw. eigentlich wäre – und wo du über deine Bedürfnisse einfach drüber gehst, weil du denkst, dass es halt sein muss. Dann halte inne und nimm dich in dem Bedürfnis ernst. Vielleicht geht ja doch etwas?

Achtsamkeit für dich selbst und alle anderen um dich herum macht das Leben sehr angenehm. Ein Bedürfnis zu spüren und zu benennen, heißt noch lange nicht, dass es immer erfüllt werden kann. Allein das „darin ernst genommen werden“ ist ein Aspekt, der eine tiefe innere Befriedigung auslöst.

Es ist mir ein Bedürfnis, Menschen das weiterzugeben, was mich bewegt und erfüllt. Ich danke dir fürs Lesen und freue mich sehr, wenn dir meine Gedanken gute Impulse geben. In meiner Arbeit in der Scheune kann ich dir noch auf einer ganz anderen Ebene Impulse geben – schau doch mal hier.

Herzliche Grüße,

Christel

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