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Das sogenannte schlechte Gewissen

warum gerade Eltern es nicht haben sollten

Ein schlechtes Gewissen zu haben, fühlt sich gar nicht gut an. Kein Wunder also, dass es in der Erziehung von Kindern oft regelrecht erzeugt wird, damit die Kinder leichter zu handhaben sind. Wann immer ich als Kind etwas „angestellt“ hatte, bekam ich dieses schlechte Gewissen (gemacht) und fühlte mich schuldig. Gleichzeitig war ich dann hochmotiviert, durch „bravsein“ dafür zu sorgen, dass die Welt wieder in Ordnung ist. Kennst du das? Dieses Prinzip wirkt heute noch genauso wie früher.

Eine Mama, die an sich selbst den Anspruch stellt, immer geduldig und allzeit bereit für ihr Kind da zu sein, bringt sich selbst an ihre Grenzen. Hin und wieder reißt ihr dann doch der Faden und nun kommt sie ganz leicht in die Falle. In ihrem Schuldgefühl bemüht sie sich, ihr „Versagen“ wieder gut zu machen und geht möglicherweise völlig unangemessen mit ihrem Kind um.

Noch extremer könnte es sein, wenn eine berufstätige Mutter sich vorwirft, so viele Stunden des Tages nicht für ihr Kind da zu sein – dann ist sie permanent in der „schlechtes Gewissen“- Falle. Ohne es zu merken, ist ihr Verhalten davon geprägt, dem Kind gegenüber ihre Schuld wieder gut zu machen. Die Kinder bekommen übertrieben viele Geschenke, es werden zu wenig gesunde Grenzen gesetzt und die Mütter neigen dazu, bis zur Selbstaufgabe zu „dienen“.

Kinder spüren diese Macht meist sehr gut, die sie bekommen, wenn die Eltern sich schuldig fühlen. Eltern sind leicht zu handhaben, wenn sie ein schlechtes Gewissen haben – so kann sich aus dem Kind schnell ein kleiner Tyrann entwickeln.

Ein Gewissen zu entwickeln ist etwas wichtiges und wertvolles

Es ist die gefühlsmäßige Prüfstation, ob ich im Einklang mit erlernten bzw. meinen eigenen Regeln und Geboten lebe. Unser Gewissen kann uns anleiten authentisch zu sein und im besten Falle hören wir auf damit, uns selbst zu belügen.

Und hier liegt der Schlüssel. Wenn du als Mama zu deiner Entscheidung voll und ganz stehst und deinem Kind zutraust, dass es mit der Situation klar kommt, kannst du mit dem schlechten Gewissen aufhören. Auch die Erlaubnis und die Ehrlichkeit, selbst Mensch sein zu dürfen, Fehler machen zu dürfen, emotionale Ausbrüche haben zu dürfen usw. kann dich total entlasten und aus dem übertriebenen Anspruch dir selbst gegenüber rausholen. Hol dein Gewissen wenn nötig mal von dem Sockel des Perfektionsanspruches runter. Das Leben wird so viel leichter und schöner, es lohnt sich!

Wenn du Unterstützung dabei brauchst, dann komm doch mal zu einem Abendworkshop für Mamas oder zum Elternseminar. Da geht es immer wieder darum, dich zu stärken, ungute Gewohnheiten abzulegen und dich dabei zu unterstützen eine tolle, glückliche Mama zu sein.

Alles Liebe,

Christel

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