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Meine Meinung – deine Meinung

Konflikte ohne Schärfe

Wie oft habe ich schon davon geträumt, dass es gelingen könnte, dass Menschen verschiedener Meinung sind und das aushalten können. Eigentlich könnte es doch einfach eine Bereicherung sein, wenn ein anderer Mensch aufgrund seiner Erfahrungen, Entscheidungen, Werte und Einflüsse Dinge anders sieht und erlebt. Woher kommt es, dass wir es so schwer aushalten können, dass ein anderer Mensch auf einem anderen Standpunkt steht, oder eine andere Perspektive hat?

Das Bedürfnis, verstanden zu werden, ernst genommen zu werden oder auch den Wunsch, dass ein anderer Mensch dir zuhört und mit Respekt stehen lässt, was du sagst, tragen wir alle in uns. Eigentlich könnten wir uns ja damit beschenken, gegenseitig genau das zu tun. Warum erhitzen sich Diskussionen oft so sehr, dass jeder nur noch beweisen will, dass er im Recht ist?

Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die auch Konsequenzen für die Menschen haben, die anderer Meinung sind, wird es anspruchsvoll. Gerade dann ist es besonders wichtig, dass wir dafür sorgen, dass alle Perspektiven gehört werden. Erst wenn die unterschiedlichen Standpunkte mit den dazugehörigen Hintergründen tatsächlich gehört, geprüft und verstanden werden, ist es möglich, Konsenslösungen zu finden.

Sehr problematisch wird es, wenn man Menschen lächerlich macht, mit negativen Etiketten versieht oder schlichtweg über ihre Meinungen und Bedürfnisse hinweggeht. Irgendwann wird dieser Mensch dagegen aufstehen und sich wehren – oft mit emotionaler Ladung. Dann kommt es zu vielen unnötigen Verletzungen und der Weg zur Verständigung wird immer schmäler.

 

Gewaltfrei kommunizieren

Die gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg lehrt, dass es wichtig ist, die Bedürfnisse abzufragen, die in einem Konflikt ursächlich zugrunde liegen. Dafür tut es gut, sehr achtsam zu werden und wahrzunehmen, um welches Bedürfnis es mir geht und auch empathisch zu erspüren, welches Bedürfnis mein Gegenüber hat. Auf dieser Ebene kann Verständigung geschehen.

In der Kommunikation wird zunächst möglichst neutral die sachliche Ebene definiert – es geht um dieses Problem, diese verschiedenen Perspektiven, meine Meinung, deine Meinung… (ohne Wertung). Im 2.Schritt darf sich jeder in seinen Emotionen offenbaren. („Es macht mich wütend, traurig…, wenn …“) Anschließend geht es darum, das dahinterstehende Bedürfnis zu erkennen und zu benennen.

Hier geht es überhaupt nicht um Rechthaben sondern um einen menschlichen Austausch. Es öffnet sich eine Tür für wirkliches Verstehen. Im letzten Schritt kommt die Bitte. „Ich möchte dich bitten, …, das würde mein Bedürfnis nach… erfüllen und mich (Emotion) machen“. Der letzte Schritt geschieht voller Respekt und Freiheit. Er ist eine Einladung. Beide Seiten laden sich gegenseitig dazu ein, aufeinander zuzugehen. Wenn das gelingt, braucht es keinen Kampf mehr.

 

Was, wenn offensichtliches Unrecht geschieht?

Schon immer gab es Menschen, die ihre Macht missbraucht und andere unterdrückt haben. Letztlich steht auch bei diesen Menschen ein tiefes Bedürfnis dahinter, das möglicherweise ungesunde Strukturen hat. Wo es nicht möglich ist, auf dem Wege einer offenen Kommunikation Gehör zu finden, wo Unterdrückung zu Leid führt, sind Menschen aufgerufen, für sich selbst einzustehen und mit unseren rechtsstaatlichen Mitteln dafür zu sorgen, dass ihr Anliegen nicht unter den Teppich gekehrt wird. Je friedlicher das gelingt, umso besser. Die Empathie sich selbst gegenüber, die Erlaubnis, wütend sein zu dürfen und sich dafür selbst in den Arm zu nehmen, ist ein schöner Aspekt der Eigenverantwortung. Je geklärter der Blick für die eigenen Emotionen und Bedürfnisse, umso entspannter und erfolgreicher kann das eigene Anliegen verfolgt werden.

 

Du möchtest lernen, dich selbst zu verstehen, einen Konflikt abschließen, deine Wut in den Griff zu bekommen und wieder handlungsfähig werden? Dann gratuliere ich dir. Sehr gern unterstütze ich dich bei diesem Prozess mit einem persönlichen Coaching.

Alles Liebe, Christel

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